Die im November 2005 vom Hessischen Landtag verabschiedete Novellierung des Hessischen Schulgesetzes enthält in § 3 Abs. 9 Satz 3 den einfachen Satz: *Rauchen ist im Schulgebäude und auf dem Schulgelände nicht gestattet". Die Umsetzung dieses Regelwerkes in die Praxis hat sich als weit weniger einfach erwiesen.
Insbesondere an den beruflichen Schulen in Dillenburg waren ab dem neuen Schuljahr zum Teil tumultartige Verhältnisse und massive Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung festzustellen. Die heimische Presse berichtete wiederholt über Verkehrsbehinderungen etc.
Dem Problem stehen sowohl die Schulleitung als auch der Schulträger hilflos gegenüber, da rechtlich keine Möglichkeit besteht, volljährigen Schülerinnen und Schülern das Verlassen des Schulgeländes während der Pausen zu untersagen.
Auch ein Ende September von der Stadt Dillenburg errichteter Bauzaun, der das Gefährdungspotential einschränken sollte, hat nur bedingt zu einer Lösung beigetragen.
Bürgermeister Michael Lotz und Schuldezernent Roland Wegricht haben für das Problem nunmehr gemeinsam eine Lösung gefunden. *Grundsätzlich begrüßen wir das Rauchverbot an Schulen. Allerdings sehen wir uns mit Entwicklungen und Gefahren konfrontiert, die eine unkonventionelle Lösung von uns fordern", erklärten beide gemeinsam in einer Presseerklärung.
Der Kreis beabsichtigt, einen zum Dillufer hin gelegenen Teil des Schulgrundstückes zu entwidmen, da dieser nicht originär für schulische Zwecke benötigt wird. Dorthin können sich dann Raucherinnen und Raucher zurückziehen.
Da die Entwidmung evtl. einer Genehmigung durch das Staatliche Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg bedarf und eine abschließende Prüfung dort noch nicht erfolgen konnte, haben Wegricht und Lotz gemeinsam vereinbart, nach den Herbstferien auf der für die Entwidmung vorgesehenen Grundstücksfläche bis zur endgültigen Klärung rauchende Schülerinnen und Schüler zu dulden.
*Ungewöhnliche Situationen erfordern ein ungewöhnliches Handeln", so Schuldezernent Roland Wegricht. Gleichzeitig bedankt sich Wegricht bei Bürgermeister Lotz für die konstruktive Zusammenarbeit: *Es ist immer positiv, wenn Zwei nicht nur am gleichen Strang ziehen, sondern sinnvoller Weise auch zur gleichen Seite hin".
Auch Bürgermeister Lotz zeigt sich erfreut darüber, dass man gemeinsam eine Lösung gefunden habe: *Der von uns aufgestellte Bauzaun konnte nur eine absolute Notlösung sein. Ich bin Herrn Wegricht und dem Lahn-Dill-Kreis dankbar, dass nun eine bessere (Zwischen-)Lösung gefunden wurde, die sowohl den Interessenlagen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Anwohner als auch den Schülerinnen und Schülern Rechnung trägt". Geschrieben von Rheinbay am 31.10.2005 10:16 | 0 Kommentare · 2353 gelesen -  |
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